Reise nach Kroatien 2021

Reisetagebuch und Reisetipps

Vorwort

Im Juni 2021 befand sich Deutschland noch immer im Lockdown und das schon seit eineinhalb Jahren. Der Mangel an sozialen Kontakten, Freizeitaktivitäten, gemeinsamen Sport, Restaurantbesuchen, Erholung und Zuversicht raubte mir immer mehr Energie und ich brauchte dringend Erholung. Reisen ist jedoch sehr schwierig geworden und aufgrund der Grundrechtseinschränkungen in vielen Ländern und auch der erlassenen Vorschriften nur bedingt erstrebenswert. Mit Maske am Badestrand zu liegen ist nur eine Verlagerung der permanenten Stresssituation an einen anderen Ort. In den unabhängigen Medien erschienen Reiseberichte zu Kroatien, wo man angeblich relativ entspannt Erholung finden kann, was uns zur Planung einer Reise dort hin motivierte. Dank für die kurzfristige und tolle Planung geht an meine bessere Hälfte.

Reiseroute

Die Karte zeigt die komplette Reiseroute, welche insgesamt 3300 km mit dem Auto, etwa 200 Seemeilen und 264 Kilometer zu Fuß umfasst. Die Reise dauerte insgesamt 25 Tage.

Anreise nach Rovinj

Tag 1 - Donnerstag, 03.06.2021

Wir fuhren um 9:00 mit dem Auto im Chiemgau los. Eigentlich wollten wir über Östereich fahren aber änderten den Plan verkehrsbedingt kurzfristig ab. So fuhren wir über Land quer durch die Alpen. Das ist zwar ziemlich anstrengend zu fahren aber landschaftlich sehr schön. Es gab weder zu Östereich, noch zu Italien Grenzkontrollen. Das sollte im Schengenraum an sich selbstverständlich sein, ist es aber nicht mehr.
Mittags kehrten wir in der "Osteria da Alvise" in Sutrio (Italien) ein. Ein gutes Restaurant in einem kleinen Bergdorf zu finden, war unerwartet.
Bei der Einreise nach Slowenien gab es gar keine Grenzkontrolle. Eine weitere kurze Pause um etwas zu trinken ergab sich spontan in Piran (Slowenien).
Von dort war es nicht mehr weit nach Rovinj, unserem Ziel.
Kroatien ist zwar in der EU, aber nicht im Schengenraum. Folglich ist hier eine Grenkonztrolle zu erwarten. Zur Einreise war ein negatives Coronatest-Ergebnis erforderlich und die Vorlage wurde auch verlangt. Vermutlich müsste man auch ein Einreiseformular ausfüllen aber nach diesem wurde nicht gefragt.
Um 18:00 kamen wir in Rovinj an. Die Altstadt ist autofrei und wir parkten außerhalb auf einem Parkplatz, den die Vermieterin unseres Apartments organisierte. Ein Fahrer holte uns mit Gepäck dort ab. Das Apartment ist zentral gelegen uns sehr hübsch.
Wir bummelten etwas durch die schöne Altstadt und blieben auf einen Cocktail im "Mediterraneo". Dort sitzt man auf ein paar Felsen direkt am Meer. Cocktails: 180 Kuna. Das Gefühl von Urlaub und Freiheit: Unbezahlbar.
Fast niemand hier trägt irgendwo eine Maske, außer dem Servicepersonal und dann hängt die Maske oft auch etwas unterhalb. Es ist fast wie eine andere Welt ohne Corona.
Bis wir uns auf die Suche nach einem Restaurant zum Abendessen machten, wurde es etwas spät. Wir irrten durch die verwirrenden Gassen auf der Suche nach einem Restaurant. Die ansprechenden Restaurants waren voll und bei vielen anderen gab es keinen Konsens. Letztlich blieben wir bei "Giannino" hängen. Das Essen war sehr gut aber das Ambiente nicht. Abendessen 350 Kuna.
Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch einen Cocktail bei einer Bar an der Marina.

Rovinj, Baderna, Poreč, Umag, Buje, Rovinj

Tag 2 - Freitag, 04.06.2021

Zu Beginn des Tages hatten wir einen Termin zur Besichtigung einer Immobilie in Baderna. Das Objekt war eine schöne Villa mit etwa 300 m2 Wohnfläche und großem Garten. Die Villa wurde bislang touristisch vermietet und ist deswegen in vier unabhängige Wohnbereiche mit je eigenem Bad aufgeteilt. Kaufpreis wären knapp 500.000€ gewesen. Zwar haben wir keine konkreten Pläne auszuwandern aber man kann sich ja mal umsehen. Nebenbei hätte uns ein geschäftlicher Termin auch von einigen Einreiserestriktionen befreit aber davon machten wir letzlich nicht Gebrauch.
Hier ein paar Notizen aus dem Gespräch mit dem Makler:
  • Wenn man diese Immobilie touristisch vermietet, kann man etwa 30-35.000 € pro Jahr brutto einnehmen.
  • Solche Vermitung ist angeblich rechtlich relativ unkompliziert.
  • Wenn man die Vermietung über eine Agentur abwickelt, nimmt diese 20-30% Provision.
  • Kaufnebenkosten sind etwa 7%, davon 3% Grunderwerbssteuer und 1,5% Anwaltskosten. Der Rest ist für den Makler.
  • Es gibt angeblich relativ gute Rechtssicherheit beim Kauf inklusive Eintrag in das Grundbuch.
  • Bauland kostet in der Region etwa 200 € bis 400 € pro Quadratmeter
  • Generell fiel mir während der Reise die ziemlich ordentliche Bausubstanz auf. In Kroatien wird eher wie bei uns in Deutschland gebaut und nicht so minderwertig wie in Italien.
  • Wie ich später auf der Reise erfuhr, kann der Kauf von Bauland in seltenen Fällen riskant sein und zwar wenn dies kein echtes Bauland ist. Es gab bereits Betrugsfälle in welchen sich das vermeintliche Bauland später als unbebaubar herausstellte.
  • Generell sollte man beim Kauf von Immobilien oder Land sehr vorsichtig sein.
Wir fuhren weiter nach Poreč und suchten ein Restuarant für das Mittagessen. Wir fanden bei "Divino" an der Marina eine sehr gute Mahlzeit. Poreč ist nicht sehenswert.
Um etwas mehr vom Land zu sehen, fuhren wir weiter nach Umag. Umag ist ebenfalls nicht sehenswert.
Auf dem Rückweg wollten wir kroatischen Wein probieren und steuerten das Weingut Kozlovic an, welches uns empfohlen wurde. Hier wäre eine Reservierung erforderlich gewesen und sie hatten keinen Platz mehr für uns.
Auf dem Weg zum Weingut liegt Buje - ein kleines, altes Dorf auf einem Hügel. Das Dorf ist ganz nett anzusehen aber nicht so schön wie Rovinj. Wer Zeit hat und etwas erfahren möchte, besucht die beiden Türme. Das wäre an sich schnell erledigt aber der alte Mann, welcher die Besichtigung führt, ist sehr gesprächig. Zwar hätte ich ihm gerne noch etwas länger zugehört aber wir wollten ja zum Weingut.
Zurück nach Rovinj fuhren wir durch das Hinterland. Hier gibt es nichts außer endlosen, dichten Wäldern, die vorwiegend aus Eichen bestehen. Vereinzelt wachsen Wein sowie Oliven und es gibt sehr wenig Besiedlung.
In Rovinj brauchten wir nach der langen Tour erst mal einen Cocktail. Heute waren wir quasi nebenan bei "Valenlino". Das ist ganz ähnlich zum "Mediterraneo" aber nicht so nett.
Abends waren wir bei "Sul Canton" essen. Das war in Ordnung aber nicht überragend. Zum Abschluss hatten wir noch ein Bier an der Marina.

Rovinj, Prematura, Medulin, Pula, Fažana, Barbariga, Rovinj

Tag 3 - Samstag, 05.06.2021

Heute gab es ein richtiges Frühstück im Hotel "Adriatic". So ein "Tower" ist sehr rechhaltig und mehr als genug für zwei Personen.
Heute wollten wir die Küste südlich von Rovinj erkunden. Zuerst fuhren wir nach Prematura. Dort könnte man die Halbinsel mit dem Fahrrad erkunden. Das schien uns auch mit e-bikes zu anstrengend und langwierig also fuhren wir weiter nach Medulin. Medulin ist fürchterlich. Auf der Halbinsel südlich von Medulin befindet sich ein Campingplatz, wo wir die Küste entlang spazierten. Auch das ist nicht sonderlich sehenswert aber für einen Campingplatz recht schön. Die Marina bei Pommer ist uninteressant. In Pula gibt es nicht viel außer dem Amphitheater, welches man gut von außen besichtigen kann. Die Restaurants dort sind sehr touristisch und wir fuhren weiter nach Fažana. Dort hatten wir ein mittelmäßiges Essen in der Konoba "Vasianum". Vorsicht beim Bestellen von Bier: Das dunkle Bier von Tomislav ist mit 7,3% sehr stark und mit 0,5l zu viel für mittags. In der Marina bequatschte uns jemand, eine Bootstour zu machen aber das passte nicht in den Plan. Wir fuhren die Küste wieder Richtung Rovinj und hielten kurz in Barbariga am Strand. Der ist felsig aber schön.
Spät nachmittags spazierten wir durch Rovinj zum Strand. Der zum Luxushotel gehörige Strand sieht sehr gut aus aber der öffentliche Strand ist auch sehr schön. Leider soll es morgen regnen denn ein Strandtag wäre schön erholsam.
Abends waren wir im Hotel "Adriatic" an der Marina essen. Ich gönnte mir ein dreigängiges Menü. Auf dem Platz an der Marina spielte ein Musiker sehr gut Saxophon. Tipp: Cocktails sind hier gut und relativ günstig.

Rovinj, Vrsar, Funtana, Poreč, Rovinj

Tag 4 - Sonntag, 06.06.2021

Zum Frühstück beim Hotel "Adriatic" gab es etwas Gewitter. Da es nicht nach Strandtag aussah, erkundeten wir Marinas in der Nähe:
  • In Vrsar gibt es eine größere und ganz nette Marina, in der auch viele Segelboote liegen. Die Altstadt liegt auf einem Hügel darüber und ist etwas verschlafen aber hübsch.
  • Die nächste Marina weiter nördlich ist in Funtana. Hier liegen auch viele Segelboote. Funtana ist nicht sehenswert. Ein Liegeplatz kostet je nach Größe etwa 35.000 bis 45.000 Kuna pro Jahr.
  • Wir besuchten auch die Marina bei den vielen Hotels weiter nördlich aber die ist nicht schön.
Da wir schon auf dem Weg waren, hielten wir wieder in Poreč um bei "Divino" zu essen. Nach der Mahlzeit lernten wir etwas Theorie für den Segelschein.
Zurück in Rovinj genossen wir einen Cocktail beim Hotel "Adriatic". Das Wetter war dann doch nicht so schlecht wie vorhergesagt.
Unser Abschiedsessen war im Restaurant "Puntalina". Es ist extrem schwierig, dort einen Platz zu bekommen. Wir fragten schon am ersten Tag aber es war an keinem Abend eine Reservierung zu bekommen. Hier müsste man mindestens eine Woche vorher reservieren. Unsere Vermieterin verschaffte uns jedoch vor ein paar Tagen relativ spontan einen Tisch. Das Ambienete dort ist super und das Essen war es ebenso. Als unser Tisch später durch eine andere Reservierung besetzt wurde, genossen wir noch einen Abschiedscocktail mit tollem Ausblick von einer der Sitzgelegenheiten aus.

Rovinj nach Šibenik

Tag 5 - Montag, 07.06.2021

Nach dem Frühstück beim Hotel "Adriatic" machten wir noch einen kurzen Stadtspaziergang und fuhren dann Richtung Šibenik.
Zusammenfassung der Küste: Rovinj ist super schön und sehr sehenswert. Die anderen Städte muss man wirklich nicht gesehen haben.
Während der Fahrt quer über die Halbinsel veränderte sich die Landschaft. Es gibt mehr Besiedlung und die Landwirtschaft verändert sich. Wir machten kurz Pause in Opatija auf der Terrasse des Restaurant "Argonauti". Hier gibt es 0,25l alkoholfreies Bier für etwa 5 €. Nicht empfehlenswert.
Weiter die Küstenstraße Richtung Süden zwang uns der Hunger zu einer weiteren Pause. Wir hielten in Sveti Juraj bei der Konoba "Kiko". Die liegt direkt am Meer, das Ambiente ist etwas schlicht aber das Essen ist sehr gut. Hier essen die Einheimischen. Das traditionelle Mangold-Kartoffel-Gemüse, welches in den eher touristischen Restaurants nach exakt gar nichts schmeckt, ist hier ein Genuss. Der Fisch dazu war selbstverständlich auch klasse.
Der Reiseführer warnt vor der Küstenstraße "Jadranska Magistrala". Diese entlang zu fahren ist jedoch wunderschön vorausgesetzt man kann gut Auto fahren und hat ein geeignetes Fahrzeug (also kein Wohnmobil oder Wohnwagen). Wer von der Straße abkommt und den sehr tiefen Sturz überlebt, ertrinkt im Meer. Leider regnete es viel während der Fahrt.
Je weiter südlich wir fuhren, umso kleiner wurden die Bäume und es gab mehr Wiesen. Wir fuhren an den Inseln Krk und Pak vorbei, die beide ziemlich karg und groß sind. Sie nicht zu besichtigen, scheint aus der Ferne betrachtet kein großes Versäumnis.
Unsere Unterkunft in Šibenik war das Hotel "Bellevue", welches sehr zentral und am Rande der Marina liegt. Leider wurde die Tankstelle gegenüber gerade neu gebaut, was viel Lärm und Dreck verursachte.
Wir spazierten kurz durch die Stadt und waren im Restaurant "No 4" essen. Das Essen war gut und das Ambiente nett aber leider terrorisierten ein paar deutsche Familien das ganze Restaurant mit ihren schrecklichen Kindern. Andere Gäste gingen deswegen schon und neue drehten gleich wieder um. Auf die Bitte, die Kinder doch ein wenig zur Ruhe zu bringen, meinte eine Mutter nur: "Na hören Sie mal, das hier ist ein Restaurant!" Ja, genau - und kein Spielplatz. Warum müssen die Deutschen überall nur so peinlich sein?
Den Abend erholten wir uns im Wellnessbereicht des Hotels, den wir aufgrund der Hygienemaßnahmen exklusiv für uns hatten. Anschließend wollten wir etwas trinken gehen aber die Sperrstunde um 23:00h wird hier strikt eingehalten.

Krka Nationalpark

Tag 6 - Dienstag, 08.06.2021

Um 6:00 weckte uns ein Erdbeben der Stärke 4,6. Ich schlief noch beim Gedanken an ein mögliches Nachbeben sofort wieder ein.
Nach dem Frühstück fuhren wir nach Skradin um den Krka Nationalpark zu besuchen. Der einfachste Weg in den Nationalpark ist mit dem Boot, welches im Ticketpreis enthalten ist. Tickets gibt es im Glashaus direkt am Fluss in Skradin. Das Boot fährt bis zum ersten Wasserfall. Diesen kann man besichtigen und noch etwas weiter das Gebiet zu Fuß erkunden. Der Teil um den Wasserfall herum ist aber nicht so weitläufig. Ich hätte gerne gebadet aber das ist dort nicht erlaubt, war es in der Vergangenheit aber. Möglichweise geht das weiter stromaufwärts, wohin man auch mit einem Boot gelangen kann. Der Nationalpark ist insegsamt sehr groß und alternativ kann man sich an der Marina von Skradin auch (E-) Fahrräder leihen und die 470 km Radwege erkunden oder 47 km wandern. Ich fand die Landschaft im Nationalpark sehr schön und würde einen Besuch empfehlen.
Wir suchten etwas zum essen in Skradin. Die Restaurants am Wasser machen einen eher touristischen Eindruck und so suchten wir mehr in der Stadt, wo wir beim Restaurant "Skala" blieben. Das Essen war super. Wir hatten Cevap und Fisch. Der Cevap soll der beste aller Zeiten gewesen sein. Nur die Musik ist anstrengend.
Skradin ist übrigens recht hübsch und an der Krka schön gelegen.
Wieder zurück in Šibenik spazierten wir durch die Altstadt. Diese ist schön anzusehen und es gibt etliche ansprechende Gastronomie. Auf der Suche nach einem Cafe entdeckten wir zufällig das Restaurant "Galbiani". Das hat eine große Dachterrasse mit tollem Blick über die Stadt. Wir tranken Wein und reservierten gleich einen Tisch für den Abend.
Als wir den Wein tranken, fiel uns die vorbeifahrende "Black Swan" auf, die schon in der Marina von Skradin lag. Als wir später zum Hotel zurückkehrten, lag sie dann direkt daneben und wir kamen mit Eigner und Kapitän Danis ins Gespräch. Er lud uns auf eine kurze Besichtigung des Schiffes ein. Das könnte auch eine reizvolle Urlaubsoption sein, nur vielleicht etwas schwierig in Zeiten von Corona, zumindest für Ungeimpfte.
Wir entdeckten ein kleines Frühlingsfest im Park neben dem Hotel. Dort hin wollten wir nach dem Essen.
Das Essen im "Galbiani" war, wie zu erwarten, sehr gut.
Das Frühlingsfest war gut besucht und das überwiegend junge Publikum sehr entspannt. Vermutlich waren fast nur Einheimische dort. Im dichten Gedränge war keine einzige Maske zu sehen. Die Musik war klasse: Ein Saxophonspieler im Team mit einem DJ sorgten für tolle Stimmung. Blühende Linden verströmten einen angenehmen Duft und es war schön warm. Wir genossen es sehr, seit einer gefühlten Ewigkeit wieder auf einer Party zu sein, tranken Gin Tonic und tanzten bis zur Sperrstunde um 23:00h.
Nachts raste leider immerzu ein Motorradfahrer um den Block und an unserem Hotel vorbei. Manche Leute haben seltsame Hobbies.

Šibenik, Paklenica Nationalpark, Zrmanja Fjord, Tulove Grede, Šibenik

Tag 7 - Mittwoch, 09.06.2021

Heute weckte uns die Baustelle kurz nach sieben Uhr. Beim Frühstück fiel uns ein Schiff auf, das vor der Marina zu ankern schien. Welcher Zweimaster könnte nur ankern statt anzulegen? Es war die "Kairos" von Sailing Classics, welche nun unter maltesischer Flagge unterwegs ist statt unter der niederländischen. Wir waren 2016 mit der "Cronos" und Sailing Classics in der Karibik segeln. Es stellte sich heraus, dass die Kairos gar nicht ankerte sondern nur unter Motor die Position hielt während jemand mit dem Beiboot an Land gebracht wurde und dann gleich wieder ablegte.
Wir wollten uns den Paklenica Nationalpark ansehen und fuhren Richtung Zadar. Auf dem Weg dort hin besichtigten wir kurz den Zrmanja Fjord. Der Aussichtspunkt liegt etwa bei 44.222°N 015.614°E. Dort kann man nicht viel machen außer für ein Foto anhalten aber ich fand es lohnenswert und würde es empfehlen wenn man in der Nähe ist.
Der Paklenica Nationalpark war eher enttäuschend. Schon bei der Recherche hierzu konnten wir nicht wirklich herausfinden, was man dort eigentlich machen kann. Prinzipiell kann man dort nahe dem Eingang Nummer eins toll klettern und es gibt einen Wanderweg durch die Schlucht. Wir begannen die Wanderung, welche sich steil die Schlucht hinauf zieht aber das war uns bei rund 30°C bald zu mühsam zudem zu erahnen war, dass die Tour nicht besonders aussichtsreich werden wird. Also drehten wir nach 1 km wieder um und verließen den Nationalpark. Das wäre eher was für gemäßigteres Klima und wenn man mehr Zeit mitbringt.
Wir recherchierten eine Wanderung in der Nähe. Die Beschreibung um zum Startpunkt der Wanderung zu gelangen, war etwas vage. Letzlich ist es ganz einfach: Der Weg führt die D547 hinauf, die irgendwann in eine Schotterstraße mündet. Die Straße sieht nicht aus aus als könnte man sie wirklich weiter fahren und bei uns in den Alpen wäre dort vermutlich irgendwann ein Wanderparkplatz und eine Schranke, nach welcher die Schotterstraße als Wanderweg deklariert wäre. Hier ist das nicht so und man kann einfach immer weiter fahren. Unser Auto mit Allradantrieb gab Zuversicht, dass wir das auch schaffen werden. Schon die Fahrt an sich ist ein Erlebnis und sehr aussichtsreich. Viele Höhenmeter und Serpentinen weiter bietet sich oben angekommen eine spektakuläre Landschaft und Aussicht. Hier am Tulove Grede war einer der Drehorte der Winnetou Filme. Die Wanderung ginge entlang einem Bergkamm und sieht zwar sehr verlockend aus aber auch anspruchsvoll und anstrengend. Die Schotterstraße führt weiter und auf der anderen Seite den Berg wieder hinunter. Der Weg auf der anderen Seite hinab führt nur durch Wald uns ist nicht sehenswert. Die Tour den Berg der Südseite hinauf und auf der gleichen Seite wieder hinab könnte interessant für (E-) Mountainbiker sein.
Zurück nach Šibenik fuhren wir durch das Hinterland. Die Route ist schön zu fahren und sicher für Motorradfahrer interessant.
Zum Abendessen suchten wir schnell das nächst beste Restaurant auf. das war dann das "Bistro Luce & Brigita". Das Essen war in Ordnung. Anschließend unternahmen wir einen Stadtspaziergang und genossen den Ausblick auf der Dachterrasse des "Bio Bistro She". Der Cocktail dort war dünn und teuer.
Die Musik heute Abend auf dem Frühlingsfest war nicht so gut wie gestern aber es waren noch mehr Besucher dort.

Primošten

Tag 8 - Donnerstag, 10.06.2021

Auch heute war die Baustelle unser Wecker aber ließ uns bis 8:00h schlafen. Es hat wieder um die 30°C und wir fuhren nach Primošten zum Baden. Zuerst spazierten wir durch die kleine Altstadt auf der Halbinsel. Diese ist super schön. Bei der Bar Peskafondo gibt es lecker Craft Beer. Das India Pale Ale der Garden Brewery ist sehr lecker und das Porter von Zmajska Pivovara ist auch gut. Die Halbinsel nebenan hat einen großen Badestrand mit super Blick auf die hübsche Altstadt. Hier ließen wir uns nieder, badeten und lernten Theorie für den Segelschein. Als wir um 14:00 essen gingen, segelte die voll aufgetakelte Kairos an uns vorbei um in der Bucht nebenan zu ankern. Es scheinen kaum Passagiere an Bord zu sein. Mittags waren wir in der Konoba "Dvor" essen. Das Essen war super und insbesondere das frisch gebackene Brot ist unglaublich gut. Zum späteren Nachmittag zogen einige Wolken auf und wir fuhren zurück.
Nach dem Abendessen bei "Galbiani" spazierten wir durch die Altstadt von Šibenik.
Die Musik heute auf dem Frühlingsfest war nicht toll - komisches Ethnogedudel - und wir blieben nicht lange.

Von Šibenik über Split und Trogir nach Rogoznica

Tag 9 - Freitag, 11.06.2021

Heute welchselten wir den Standort von Šibenik nach Rogoznica, wo unser Segelkurs stattfand. Wir fuhren über Split und Trogir um uns die Städte anzusehen.
In Split gibt es den Diokletianpalast, der im Grunde die Altstadt darstellt. Das ist ganz nett aber nicht wirklich den weiten Umweg wert. Wir besuchten den Glockenturm, der einen guten Ausblick über die Stadt bietet und spzierten durch die Altstadt. Ekliges Detail nebenbei: Die Abwässer der Stadt werden ungeklärt ins Hafenbecken geleitet. Deswegen sinkt es nahe dem Wasser auch schrecklich. Besser Abstand halten. Noch ekliger: Viele Fische sehen den Zustrom als Nahrungsquelle an. Das Meer ist kein Mülleimer!
Die Altstadt von Trogir liegt auf einer kleinen Insel zwischen dem Festland und der Insel Čiovo. Trogir ist nett anzusehen.
Es war nicht einfach, ein gutes Restaurant zu finden zwischen all den auf Touristen ausgerichteten Läden. Wir versuchten unser Glück in der Konoba "Tragos".
In Trogir ist kaum irgendwo ein Tourist zu finden. Fast alle der zahlreichen Restuarants sind leer und versuchen verzweifelt, Gäste anzusprechen. Ich las in den Nachrichten, dass die Regierung zum ersten Juli die Reisewarnung aufheben könnte. Schön das wir hier momentan alles exklusiv für uns haben. Alte Fotos im Restaurant zeigen wie Trogir früher aussah - sehr arm und einfach. Da die Pandemie wahrscheinlich noch bis zum Jahr 2024 läuft und wenn der Tourismus weiterhin ausbleibt, könnte es auch wieder so werden.
Das Essen war okay und die Karte lässt erahnen, dass es hier interessantere Gerichte gäbe. Nach dem Essen bummelten wir noch etwas durch Trogir und fuhren dann weiter nach Rogoznica.
Um 17:00 erreichten wir die Segelschule gerade noch rechtzeitig zur Begrüßung und Informationsrunde. Die Anlage ist sehr schön aber unser Zimmer etwas klein und einfach.
Abends waren wir bei "Antoniju" essen. Das war okay aber etwas touristisch, wie so ziemlich alles hier. Wir kauften uns eine Flasche Wein und vertieften uns auf der großen Terrasse mit schönem Ausblick über die Buch um Rogoznica in das Buch zur Segeltheorie.

Segelkurs 1. Tag

Tag 10 - Samstag, 12.06.2021

Die Nacht war kurz da das Haus ziemlich hellhörig ist und unsere Mitbewohner schon sehr früh aufstanden. Vormittags hatten wir Theorieunterricht zum Thema Wetter und Navigation. Unsere Gruppe hatte das Glück, auf der großen Terrasse unterrichtet zu werden. Ich habe mich nie damit beschäftigt, wie das Wetter entsteht und fand das sehr interessant. Zum Segeln ist es ganz klar wichtig zu wissen, wie der Wind entsteht und was für Konstellationen Gewitter begünstigen und wie man das erkennen kann. Das Thema Navigation ist anspruchsvoll und ich muss das abends nochmals vertiefen.
Mittags waren wir mit anderen Kursteilnehmern in der Marina Kremik essen beim Restaurant "Domina", was erstaunlich gut war. Dort liegen auch die Schiffe für die Kurse.
Auf dem Schiff gab es zuerst eine Einwesung in Sicherheit und Technik. Es gibt einiges zu überprüfen bevor man ablegen kann. Wir hatten zwischen 25 und 28 Knoten Wind aus Norden und ordentlich Seegang, der beim Am-Wind-Kurs Richtung Nord-West auch sehr spürbar war. Die Bura ist hier unten im Süden nicht mehr so problematisch und man kann gut damit segeln. Also starteten wir gleich mit gerefften Segeln. Wir fuhren eine Runde um die Insel Maslinovik und wechselten dabei regelmäßig die Positionen so dass jeder mal verschiedene Tätigkeiten hatte.
Zurück in der Marina gab es Bier und Pelinkovac zum Dank dass niemand über Bord ging und das Schiff nicht vollgekotzt wurde. Wir blieben noch etwas länger und unterhielten uns nett mit unserem Trainer. Er reservierte uns einen Tisch beim "Dvor", was auch sein Lieblingsrestaurant in Primošten ist. Das war abermals eine gute Wahl. Abends vertieften wir uns bei einem Glas Wein in die Unterlagen. Es wäre wirklich einfacher wenn wir schon vor dem Urlaub dafür Zeit gefunden hätten aber da alles so kurzfristig geplant war, blieb dafür leider keine Zeit.

Segelkurs 2. Tag

Tag 11 - Sonntag, 13.06.2021

Die Nacht war zwar kaum länger aber erholsamer als die letzte. Heute zog sich der Theorieunterricht bis in den Nachmittag. Anschließend waren wir wieder bei "Dvor" essen. Für den Abend ist die Nachtfahrt geplant. Wir begannen gegen 17:00h abzulegen. Der Wind war ziemlich schwach und wir fuhren teilweise unter Motor. Unterwegs trafen wir auf einige Delfine. Wir ankerten bei einer Bucht mit Resten einer alten Stadtmauer. Ein nettes Plätzchen. Zurück fuhren wir durch die Nacht und hatten zwischen 7 und 15 Knoten Wind, was wir zum Segeln nutzten. Durch die schöne Nacht zu segeln war wundervoll. Wir legten gegen 23:00h an und blieben noch auf einen Umtrunk.

Segelkurs 3. Tag

Tag 12 - Montag, 14.06.2021

Leider war die Nacht abermals recht kurz da ab 6:30h so viel Lärm war, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Der Theorieunterricht vormittags ging über Technik und vertiefte die Navigation in mehreren Übungen. Das sitzt nun endlich gut und ich bin zuversichtlich. In der Mittagspause suchten wir etwas Abwechslung bei "Mario" in Rogoznica. Nachmittags waren wir segeln und übten intensiv das Boje über Bord Manöver und das Anlegen an einer Boje. Abends waren wir wie üblich beim "Dvor" essen. Diesen Abend lernten wir nicht sondern gesellten uns zu den anderen Kursteilnehmern.

Segelkurs 4. Tag

Tag 13 - Dienstag, 15.06.2021

Die Nacht war etwas besser da ich Ohrstöpsel benutzte. Ich vertrage die nur nicht gut und versuche das zu vermeiden. Vormittags segelten wir um die praktische Prüfung abzulegen. Mittags waren wir in der Marina Kremik essen. Nachmittags legten wir dann die Theorieprüfung ab. Aus unserer Gruppe haben alle bestanden und das feierten wir abends zusammen mit allen anderen Kursteilnehmern im "Le Piaf" in Rogoznica. Das Essen war erstaunlich gut obwohl das Restaurant nicht danach aussieht.

Segelkurs 5. Tag

Tag 14 - Mittwoch, 16.06.2021

Vormittags fand der Unterricht für den Funkkurs mit anschließender Prüfung statt. Der heutige Segeltag ist optionales Praxistraining. Unsere Crew bekam ein neues Mitglied aus der anderen Gruppe und nun waren wir sechs Schüler plus Trainer. Vormittags war kaum Wind und wir übten nochmals ausführlich das Ab- und Anlegen am Steg in der Marina. Dann segelten wir nach Primošten um dort mit Hilfe einer Muringleine anzulegen. Mittagessen gab es im "Bistro Subito". Nachmittags fuhren wir noch eine Runde und bauten ein paar Boje über Bord Manöver ein. Abends gab es wieder Umtrunk auf dem Schiff und unser Trainer spielte Gitarre. Wir nahmen noch jemanden mit nach Rogoznica, setzten ihn ab und gingen beim "Le Piaf" essen.

Segelkurs 6. Tag

Tag 15 - Donnerstag, 17.06.2021

Zweiter Verlängerungstag Praxistraining. Gemessen an der Menge Pelinkovac, die ich gestern Abend trank, ging es mir ziemlich gut. Der Rest der Crew schlief gleich am Schiff und kam zu Frühstück zurück nach Rogoznica. Heutiges Ausflugsziel war die Insel Stupica. Wir hatten anfangs nur wenig Wind und fuhren die Hälfte des Weges unter Motor bevor wir die Segel setzen konnten. Wir legten an einer Boje an und fuhren mit dem Beiboot an Land. Das Mittagessen in der "Konoba Stupica" war einfach aber sehr lecker. Auf dem Rückweg verließ uns der Wind wieder. Abends trafen wir uns mit allen Teilnehmern und unserem Trainer in Primošten auf einen Drink an der Bar "Peskafondo" und waren auch gemeinsam beim "Dvor" essen.

Zusammenfassung Segelkurs

www.segelprofi.at

Hier ein paar Informationen zur rechtlichen Situation:

  • Prinzipiell gibt es keine Rechtssicherheit bezüglich der Anerkennung von Bootsführerscheinen allgemein. Vereinzelt kann der ein oder andere Verleih einen Schein ablehnen.
  • Man kann einen auslänischen Bootsführerschein nicht umschreiben lassen um einen Führerschein eines anderen Landes erhalten.
  • Um im Heimatland zu fahren, benötigt der dort wohnhafte Staatsbürger den dort vorgeschriebenen Schein des jeweiligen Heimatlandes. Insofern ist es relativ sinnfrei einen ausländischen Führerschein zu erwerben.
  • Wenn jemand im Ausland ein Boot fahren will, gelten die Regelungen des Heimatlandes, d.h. der dort erworbene Schein ist erforderlich.
  • Es gibt die Möglichkeit, zusätzlich das internationale Zertifikat (ICC) abzulegen, welches zwar eher fraglichen Mehrwert hat weil auch hier die Anerkennung Glückssache ist. Es kann aber insofern Sinn machen da keine weitere praktische Prüfung erforderlich ist falls man die deutsche Theorieprüfung ablegen will um deutsche Führerscheine zu erhalten.
  • In der Praxis muss man vorab recherchieren, welche Vorschriften in welchem Land gelten und welche Führerscheine dort anerkannt werden.
  • Auch mit der Versicherung sollte abgeklärt werden, ob die vorhandenen Scheine anerkannt werden.
  • Zudem relevant für die erfolderlichen Scheine ist, unter welcher Flagge das Schiff fährt und in welchem Gewässer es sich befindet.
  • Zusammenfassend ist die rechtliche Situation sehr kompliziert und bedarf immerzu Klärung im Einzelfall.
  • In der Praxis mag alles nochmal ganz anders sein. So konnten wir als Deutsche in Kroatien problemlos ein Schnellboot mit österreichischem Führerschein chartern.
  • Hier gibt es eine Übersicht für Kroatien
  • Ein paar hilfreiche Informationen zum Segeln in Kroatien allgemein fand ich bei Friedrich Rink

Zur Segelschule:

  • Die angebotenen österreichischen Scheine FB2 und FB3 unterscheiden sich nur im Umfang der Theorieprüfung. Der FB3 ist dann wesentlich sinnvoller.
  • Für geringe Mehrkosten kann man eine zusätzliche Theorieprüfung für den Segelschein Binnengewässer (A-Schein) ablegen (falls noch nicht vorhanden).
  • Ein Führerschein für Motorboote im Bereich Binnengewässer kann aus rechtlichen Gründen nicht erworben werden.
  • Theoretisch könnte man den Kurs ohne Vorkenntnisse antreten aber ich würde davon abraten da es doch sehr viele Lerninhalte in sehr wenig Zeit sind. Die Teilnehmer mit weniger Vorkenntnissen hatten es echt schwer.
  • In jedem Fall ist es ratsam, die Theorie schon vorab zu lernen da dies den Unterricht vor Ort entspannt.
  • Die Verlängerungsoption war toll weil man hier gleich nochmal alles in Ruhe vertiefen oder einfach Spaß am Segeln haben kann.
  • Wir hatten etwas Pech mit unserer Unterbringung aber die anderen Teilnehmer konnten nicht klagen. Das war vielleicht der späten Buchung geschuldet. Die Gemeinschaftsräume sind schön und geräumig.
  • Die Segelschule arbeitet sehr professionell und bietet eine gute Ausbildung an.

Wir kamen aus zwei Gründen dazu, in Kroatien unsere nautische Ausbildung fortzusetzen: Einerseits war das in Deutschland beim DHH erst nicht möglich und später nicht erträglich aufgrund der Corona bedingten Restriktionen und Vorschriften. Außerdem macht es schon irgendwie Sinn, einen Schein für See auch auf dem Meer zu machen, zudem Kroatien ein traumhaft schönes Segelrevier ist, das wir bei der Gelegenheit kennenlernen wollten.

Insgesamt würde ich die Segelschule weiterempfehlen, vor allem für Österreicher.

Für Deutsche macht es wie beschrieben nur begrenzt Sinn, einen österreichischen Führerschein zu erwerben. Wenn man allerdings das ICC dazu ablegt, kann man sich beim Erwerb des deutschen Führerscheins immerhin die praktische Prüfung sparen. Der Umfang der Theorie für den FB2 und FB3 Schein ist praxisorientiert und sinnvoll. Die Scheine in Deutschland enthalten zudem noch etliche Spezialitäten wie Sonerregelungen zu Flüssen und Wattenmeer, was ich mir gerne erspart hätte da ich dort nicht fahren will.

Rogoznica nach Dubrovnik

Tag 16 - Freitag, 18.06.2021

Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Dubrovnik. In Makarska machten wir Pause und genossen ein tolles Mittagessen im Restaurant "Riva". Anschließend spazierten wir etwas durch die an der Marina gelegene Altstadt. Mit dem Führerschein in der Tasche erkundigten wir uns bei der Gelegenheit nach Schnellbooten um später nach Hvar zu fahren wenn wir unsere Unterkunft in Makarska bewohnen. Die kosten je nach Modell zwischen 170 € und 200 € plus etwa 90 € Benzin. Wir nutzen auch die Gelegenheit, uns das "TUI Blue Jadran" Hotel anzusehen, welches wir laut Plan nach dem Aufenthalt in Dubrovnik beziehen würden um etwas Erholung zu finden. Das machte einen guten Eindruck und wir wünschten uns ein Zimmer ganz oben.
Unser Hotel in Dubrovnik war das Hilton Imperial. Wir hatten ein Zimmer der gehobenen Kategorie mit tollem Ausblick auf die Festung St. Lorenz. Eine schöne Unterkunft mit viel Platz ist genau was wir jetzt brauchen nach dem kleinen Kammerl in Rogoznica, in dem man nicht einmal einen Koffer aufklappen konnte. Wir machen den Stadtmauerrundgang mit tollem Ausblick über die Altstadt. Abends hat man hier schönes Licht auf die Altstadt aber die Festung St. Lorenz liegt im Gegenlicht. Nach einem Drink in der Lounge gab es Abendessen im Hotel. Wir buchten Halbpension da der Aufpreis gering war. Das Essen im Hilton ist auch sehr gut. Heute ist ein Fußballspiel und Kroatien spielt. In der Stadt wäre es uns vermutlich zu unruhig. Wir machten einen nächtlichen Spaziergang durch die Altstadt. Überall ist Party und die Leute feiern ausgelassen. Nach einem Bier auf unserem Balkon mit tollem Ausblick freuten wir uns sehr auf das schöne, große Bett.

Dubrovnik

Tag 17 - Samstag, 19.06.2021

Heute schliefen wir ohne Wecker bis 9:00h. Die Hotelgäste sind seltsam. Alle tragen Maske beim Frühstück. So viele Masken wie an diesem Morgen habe ich im ganzen Urlaub bisher nicht gezählt. Nach dem Maskenball beim Frühstück spazierten wir durch die Altstadt, welche auch sehr schön ist aber mir nicht so gut gefällt wie manche bisher auf der Reise. Vermutlich liegt das weniger an der Stadt als daran, dass hier wesentlich mehr Touristen unterwegs sind. Allerdigs sind hier normalerweise mindestens zehn mal mehr Besucher unterwegs. Überall gibt es "Game Of Thrones" Führungen, welche die Drehorte aufsuchen und es wird erklärt, welche Szenen dort spielten. Tatsächlich erkannte ich etliche Orte wieder. Mittags speisten wir bei "Lady Pi-Pi". Das Restaurant liegt erhöht mit Blick auf die Stadt und Weinreben spenden etwas Schatten. Dem Essen kann man auf dem Grill beim Garen zusehen. Nachmittags bummelten wir weiter durch die Stadt und besichtigten die Festung St. Lorenz. Der Eintritt ist im Ticket für die Stadtmauer enthalten. Nachmittags hat man hier schönes Licht auf die Stadt. Den heutigen Abend verbrachten wir genau wie den vorigen Abend.

Insel Lokrum

Tag 18 - Sonntag, 20.06.2021

Heute weckte uns ein falscher Feueralarm um 7:00h. Zu müde zu Aufstehen und zu wach um weiterzuschlafen blieben wir noch eine Stunde im Bett. Da wir die Altstadt schon oft besichtigten, fuhren wir mit einem Boot zur Insel Lokrum. Da es keine anderen Passagiere gab, kam der Skipper nur nach Anruf und wir hatten einen Privattransfer. Üblicherweise würden sich etwa 30 Leute in das Boot quetschen. Die Insel bietet einen weiteren GOT Drehort und man kann auf dem Eisernen Thron sitzen. Leider ist der Thron vor unpassendem Hintergrund aufgestellt und schrecklich ausgeleuchtet, was gute Fotos schwierig macht. Auch hier: Hinkommen, draufsetzen, Foto machen und fertig. Ich wette, die Leute stehen da normalerweise bis zur Marina runter Schlange.
Auf der Insel kann man etwas spazieren gehen und ein paar mehr oder weniger sehenswerte Sehenswürdigkeiten ansehen. Einige davon sind eher weniger sehenswert. Zum Glück war es hier ein paar Grad kälter als in der Stadt aber immernoch zu heiß um viel zu laufen. Es gibt etliche frei lebende Pfaue, was ganz unterhaltsam ist. Die versprochenen Bunnies traf ich aber nicht. Vermutlich war ihnen zu heiß und sie blieben im Boden.
Abends das gleiche Programm wie die vorigen Abende.

Fahrt nach Makarska

Tag 19 - Montag, 21.06.2021

Heute fuhren wir zurück nach Makarska, wo wir um 14:00h ankamen. Das "TUI Blue Jadran" Hotel liegt an Ende eine Reihe von Hotels and er Küste, die den Ort Tučepi bilden. Sehr nahe an der Küste verläuft eine Gebirgskette. Das Hotel ist schön renoviert und bietet alles, was man für einen erholsamen Strandurlaub benötigt. Die Gäste waren zu der Zeit vorwiegend Osteuropäer mit Kindern, ein paar Österreicher und zum Glück kaum Deutsche.
Zur Begrüßung erhielten wir ein Hygieneset mit allem was der Corona-Hysteriker benötigt: Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel. Und den Hinweis, das dies alles freiwillig sei. Tatsächlich nehmen sie Hygiene dort sehr ernst und es ist alles top sauber. Am Buffet wird man bedient damit die Gäste nicht darin herumwühlen und ihre Keime verteilen.
Der Kiesstrand ist theoretisch öffentlich aber hier kommt sonst niemand her. Der Schwimmbereich ist auf 250m abgesteckt und im flachen Bereich zu 99% frei von Seeigeln.
Nach dem Mittagessen am Strand ruhten wir uns etwas am Pool aus und planschten im Meer. Ich schwomm 1 km und zählte dabei die Seegurken in der Tiefe.
Abends wollten wir Tučepi sehen. Das ist wie erwartet überhaupt nicht sehenswert. Die Küste ist zubetoniert und ein Hotel steht neben dem Anderen. Davor gibt es eine sehr schlichte Strandpromenade mit offentlichem Badebereich. Die Restaurants unterschieden sich eigentlich nur durch die Größe der Fernseher, auf welchen natürlich Fußball läuft. Wir entscheiden uns für eines, das nicht ganz so schlechte Bewertungen hatte und nicht gar so schrecklich aussah. Das Essen war aber nicht schlecht und der Service sehr freundlich. Es gibt einen kleinen aber sehr teuren Markt, der bis 23:00h Getränke und Snacks verkauft. Wir kauften einen Rotwein und tranken ihn auf einem unserer Balkone im sechsten Stock mit Blick auf das Meer und die Insel Hvar.

Strandtag

Tag 20 - Dienstag, 22.06.2021

Wir schliefen gemütlich bis 8:30h. Die Gäste hier sind wesentlich entspannter als in Dubrovnik. Das Frühstück ist hier sehr gut. Gebäck wird anscheinend frisch gebacken. Heute wäre guter Wind zum Segeln aber morgen soll es windstill sein und wir organisierten uns ein Schnellboot um nach Hvar zu fahren. Das Schöne am Wind ist die Ruhe. Gestern nervten immerzu Jet Ski Fahrer, die knapp am Badebereich vorbei die Küste hoch und runter lärmen. Das mag ja für den Fahrer ein toller Spaß sein, ist aber für 100 andere sehr nervig. Wir genossen die Sonne und das Wellenbad. Als der Wind nachließ, versuchte ich wieder zu schwimmen aber das war in den Wellen zu mühsam und ich gab schon nach 600 Metern auf.
Abends spazierten wir an der Küste entlang nach Makarska. Der Weg ist 3,7 km lang und führt durch schöne Karstlandschaften sowie kleine Wälder. Hin und wieder gibt es kleine Badegelegenheiten entlang des Weges. Die beste Zeit den Weg zu gehen ist entweder früh morgens oder abends. In Makarska angekommen blieben wir gleich bei einer Bar auf ein IPA hängen, welches super lecker war. Leider spielt schon wieder Kroatien und überall ist Fußball. Weil es schon mal sehr gut war, gingen wir nochmal zum Restaurant "Riva" um nochmal das Gleiche zu essen. Zurück nahmen wir ein Taxi und hatten Glück, dass Kroatien gerade gewonnen hat denn sonst hätten wir vielleicht laufen müssen. Fußball ist in Kroatien super wichtig.
Den Rest des Abends genossen wir die Ruhe auf unserem Balkon.

Mit dem Schnellboot nach Hvar

Tag 21 - Mittwoch, 23.06.2021

Um 7:00h klingelte der Wecker. Wir frühstückten und holten um 8:40 unser Boot ab. Unser Favorit wäre eine Barracuda 545 gewesen weil die so schick aussieht mit dem blauen Streifen an der Seite und den braun bezogenen Sitzen. Aber da die nicht verfügbar war, erhielten wir ein Qucksilver 635 Commander mit 150 PS starkem Motor. Ein größeres Boot liegt eh ruhiger auf dem Wasser. Auf dem Weg nach Hvar erlaubten die Wellen uns meist nicht schneller als 25 Knoten zu fahren aber es war insgesamt schön ruhige See. Ab 30 Knoten wird der Motor ohnehin laut und durstig.
Wir legten an einem schönen Platz in der Marina an um vom Marinero zu erfahren, dass wir hier nicht parken dürfen. Wäre zu schön gewesen. Er bot uns einen kostenlosen Platz an einer Boje an aber dann müssten wir an Land schwimmen oder jemanden um Transit zum Ufer anbetteln. Er gab uns den Tipp, zwei Buchten weiter zu fahren und an dem kleinen, alten Steinhaus zu fragen ob wir gegen Gebühr an der Kaimauer parken dürfen. Also legten wir gleich wieder ab und wurden sofort von an einer Boje parkenden Seglern gebeten, an Land gebracht zu werden. Also nahmen wir sie auf und brachten sie an Land. Glück gehabt. Zum Dank gaben sie uns den Tipp, nach Palmižana zu fahren weil es dort wunderschön sein soll. Das Manövrieren und Anlegen in der vollgeparkten Marina ging super.
Tatsächlich befanden sich am alten Steinhäuschen ein paar junge Burschen und wir verhandelten eine Parkgebühr von 100 Kuna für vier Stunden. Einer von ihnen half anlegen und wir spazierten in die Stadt. Die Stadt Hvar ist super hübsch aber es hat wieder über 35°C und wir hatten nicht die Kraft, viel anzusehen. Wir tranken erst mal was an der Marina und versuchten, ein gutes Restaurant zu finden, welches vor 12:00h Mittagessen anbietet, was ziemlich schwierig war. Letztlich blieben wir in einer Gasse beim Restaurant "Junior" hängen und das Essen war in Ordnung. Irgendwann möchte ich nach Hvar zurück kehren und mir die Stadt in Ruhe ansehen.
Zurück am Boot waren die Burschen weg und in dem Häuschen kannte sie niemand. Also parkten wir kostenlos.
Wir fuhren die kleinen Inselchen ab auf der Suche nach einer netten Stelle zum Baden. Etwa bei 43.158°N 016.41°E ankerten wir zum Baden. Der Platz ist sehr beliebt und wir mussten uns dazwischen quetschen. Letzlich lag der Anker in Pflanzen und hielt nicht gut aber es genügte gerade so. Dort war es so schön dass wir gar nicht mehr weg wollten und so kamen wir erst um 16:20h los. Das Boot müsste eigentlich um 18:00 vollgetankt zurück sein und die Fahrt dauert normalerweise etwa zwei Stunden. Aber wir haben ja ein Schnellboot.
Auf dem Rückweg war die See teilweise spiegelglatt und wir testeten die Maximalgeschwindigkeit aus. Bei gutem Trim geht das Boot konstant 35 Knoten schnell und bis zu 37 Knoten in der Spitze. Dann säuft der Motor aber 50 bis 60 Liter pro Stunde. Bei 25 Knoten sind es nur 20 Liter pro Stunde.
Als wir gerade in Makarska das Boot voll tankten, was fast 1000 Kuna (130€) kostete, lief das Partyschiff ein. Die ganze Marina bebte, ob von der Musikanlage oder den tanzenden 250 Leuten an Bord, war schwer zu sagen. Der Tankwart erklärte, es gibt noch ein größeres Partyschiff und das wird später einlaufen.
Nachdem wir das Boot um 18:30h zurück brachten, latschten wir zurück zum Hotel und badeten im spiegelglatten Meer. Ich zog noch ein paar Bahnen und zählte dabei Seegurken.
Insgesamt sind wir etwa 78 Seemeilen gefahren und es war ein riesen Spaß.
Abends waren wir erstmals im Hotel essen aber bevorzugten wieder das Restaurant am Stand gegenüber dem Buffet. Es gab BBQ. Später lauschten wir Cocktails schlürfend einem Musiker, der mit Gitarre und Gesang die Leute begeisterte. Der war auch echt gut.
Ich war sehr müde und ging früher ins Bett während meine Nachteule die 30°C heiße Nacht genoss.

Strandtag

Tag 22 - Donnerstag, 24.06.2021

Nach dem doch recht anstrengendem Ausflug brauchten wir einen Strandtag zur Erholung. Planschen, unter dem Sonnenschirm dösen, Reiseführer lesen, Cocktail trinken. Was man halt so macht am Strand.

Fahrt zu den Plitvička Seen

Tag 23 - Freitag, 25.06.2021

Für die lange Fahrt nahmen wir die Autobahn und hielten unterwegs nicht an um schnell vorzukommen. Nahe der Seen war die Landschaft geprägt von ausgedehnten Wiesen und kleinen Wäldern. Überall wird Käse und Honig angeboten. Bevor wir zu unserer Unterkunft fuhren, kehrten wir beim Bistro "Old Shatterhand" ein. Es gab Burger. Der war an sich nicht schlecht aber das Fleisch war komisch.
Beim Check-In bei unserer Unterkunft, dem "Plitvice Falls Cottage", erfuhren wir, dass wir zurück zum Eingang #1 des Parks müssen um Tickets zu bekommen. Also machten wir uns nochmals mit dem Auto auf den Weg zurück und kauften gleich Zweitagestickets. Die Zeit reichte noch um die Route A zu gehen. Hier wäre das Licht vormittags viel schöner aber Bewegung nach der langen Fahrt tat gut.
Abends hatten wir essen in der Unterkunft. Der Koch hatte einen etwas schlechten Tag. So viel kulinarische Alternativen gibt es in dem Gebiet auch nicht und fast alle sind schlecht bewertet. Nach dem Abendessen waren wir ratlos, was wir nun mit dem Rest des Abends anfangen sollen und entschieden uns für einen Spaziergang. Es wurde schnell dunkel und so kehrten wir bald um. Meine bessere Hälfte fiel dann noch auf dem dunklen Parkplatz über eine Kante. Also besser nachts nicht rausgehen ohne Licht. Wir tranken ein Bier im Bett und schliefen früh.

Tour durch die Plitvička Seen

Tag 24 - Samstag, 26.06.2021

Ich wurde etwa um 6:00h von Lärm im Haus geweckt und konnte nicht mehr schlafen. Das Frühstuck war sehr gut. Das Cottage liegt nahe am Park und wir gingen zu Fuß zum Eingang #2. Gleich zu Anfang gingen wir nochmal die Runde A bei besserem Licht. Vormittags liegt der Weg im Schatten und die Seen in der Sonne. Mit einem der Boote fuhren wir in den oberen Teil des Parks. Hier gibt es etliches zu erkunden. Zurück gingen wir zu Fuß am See entlang. Der Nationalpark ist wunderschön und auch hier gab es nur wenige Besucher, weshalb wir viel Platz und Ruhe hatten. Wir sind insgesamt über 20 km gelaufen und es war jeden Schritt wert.
Wieder zurück am Cottage tranken wir ein Bier auf der Terrasse und planten das Abendessen. Es ist schwierig hier. Letzlich fuhren wir nochmal zum Bistro "Old Shatterhand" und hatten mehr Glück. Der Veggieburger ist essbar und die Cavapcici sind auch gut.

Rückreise

Tag 25 - Sonntag, 27.06.2021

Für die Rückreise entschieden wir uns für eine Route über Land und gegen die slowenische Autobahn. Einerseits wollten wir Grenzkontrollen wenn möglich umgeghen da unabsehbar ist, welche Einschränkungen inzwischen gelten könnten, weshalb wir lieber auf kleinere und weniger frequentierte Grenzübergänge auswichen und zum Anderen wollten wir auch ein wenig von Slowenien sehen. Während der großen Migrationswelle wurde nur zur Show an den großen Grenzübergängen kontrolliert und die kleinen Übergänge standen den Schleusern immerzu offen. Warum sollte das nun nicht auch ein Weg sein?
Wie zu erwarten wurde an der slowenischen Grenze kontrolliert da das die Außengrenze des Schengenraumes ist. In Slowenien machten wir kurz Pause nördlich von Ljubljana bei "Danilo Gostilna & Vinoteka". Das war sehr lecker aber der Service ist seltsam.
An der Grenze zu Österreich gab es überraschenderweise wieder eine Grenzkontrolle. Transit wird aber geduldet.
Die Grenze zu Deutschland war zum Glück unbewacht.

Bewertung Unterkünfte

Rovinj: Centar Boutique Apartements

  • Top Lage mitten in der Altstadt
  • Schöne Ausstattung
  • Gut schallisolierte Fenster
  • Toller Service
  • 10% Rabatt auf das Frühstück bei einem Cafe in der Altstadt, welches wir aber trotz intensiver Suche nicht gefunden haben
  • Sehr hartes Bett
  • Nerviges wie unnötiges Raumparfum
  • Außergewöhnliche Wohnungstüre: Eher wie eine Tresortür als eine normale Zimmertür

Šibenik: Bellevue

  • Zentrale Lage nahe der Altstadt
  • Schön neu und modern
  • Netter Wellnessbereich

Dubrovnik: Hilton Imperial

  • Gute Lage nahe der Alstadt mit tollem Blick auf die Festung St. Lorenz
  • Schönes, historisches Gebäude
  • Gutes Restaurant nahe etwas unruhiger Straße

Makarska: TUI Blue Jadran

  • Typischer Club- / Strandurlaub
  • Schönes aber sehr großes Hotel
  • Etwas ruhiger da abseits gelegen
  • Schöner Kiesstrand mit abgestecktem Badebereich, quasi frei von Seeigeln und hotelfremden Gästen
  • Tolles Frühstück mit super frischem Gebäck
  • Tagsüber oft Lärm von nervigen Jet Ski Fahrern aus Tučepi

Plitvice: Plitvice Falls Cottage

  • Nahe am Parkeingang P3 gelegen, welcher fußläufig erreichbar ist
  • Einfaches aber gutes Frühstück
  • Familiärer Service

Allgemeine Reisetipps

Meine Erfahrungen und Beobachtungen

Urlaubswert

Ich fand die Reise nach Kroatien sehr lohnenswert. Wer historische und gut erhaltene Städte, grüne und dünn besiedelte Landschaften, sehr viel Meer mit unzähligen Inselchen und gutes Essen mag, wird Kroatien lieben. Standurlauber werden vermutlich eher Sandstrand bevorzugen, den es in Kroatien nicht gibt. Dank Corona hatten wir eine besonders schöne Zeit in Kroatien weil weniger Urlauber dort waren als üblich und deswegen alles wesentlich ruhiger war. Ich würde gerne nochmal einen Urlaub in Kroatien verbringen. Für den nächsten Urlaub möchte ich dann ein Segelboot chartern und damit die Inseln erkunden.

Sicherheit

Mir erschien Kroatien als ein sehr sicheres Land. Dort gibt es in den touristischen Gebieten keine so genannten "jungen Männer" oder "psychisch Gestörte", die in Banden die Gegend unsicher machen oder wahllos Passanten angreifen. Vielleicht findet man ein paar Kleinkriminelle in Zagreb oder anderen Großstädten. Lediglich Diebstahl könnte ein Thema sein. Ich hörte von einem Fall, dem das Portemonnaie aus dem Auto gestohlen wurde, während er auf der Ladefläche Brotzeit machte. Also sollte man wenige Wertsachen mitnehmen und auf diese gut aufpassen.

Gesundheit

Das Gesundheitssystem dort soll nicht gut sein. Ein Bekannter bezeichnete die Versorgung als Feldlazarett. Die größte Gesundheitsgefahr in Kroatien sind vermutlich Sonnenbrände. Ich sah sehr viele verbrannte Touristen. In Deutschland erkranken etwa 20.000 Menschen jährlich an Hautkrebs. Alle sorgen sich aktuell wegen Corona und vergessen, dass das weit größere Risiko von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgeht. Ich verwendete konsequent Sonnenschutz zwischen Faktor 30 und 50+ und bin trotzdem sehr braun geworden. Ich würde empfehlen, zusätzlich auch natürliche Antioxidantien wie OPC zu nehmen, welches einigen Pflanzen als Sonnenschutz dient, um das Risiko einer Schädigung weiter zu reduzieren.

Geld

Die Währung in Kroatien ist Kuna und 7,5 Kuna entsprechen aktuell etwa einem Euro. Fast überall werden Kreditkarten akzeptiert. Ich bevorzuge eigentlich Bargeld aber es wäre sehr unpraktisch, mit einem riesigen Bündel Scheine umherzulaufen also machte ich eine Ausnahme. Wichtig bei der Bargeldbeschaffung ist, an einen Automaten einer ordentlichen Bank zu gehen. Diese kleinen Geldautomaten, die überall herumstehen, erheben eine Gebühr von etwa fünf Euro pro Abhebung und versuchen den Nutzer zur Wahl eines schlechten Umrechnungskurses zu überzeugen. Egal an welchem Automaten, es ist wichtig niemals eine Umrechnung in Euro zu akzeptieren auch wenn der Automat warnt, dass man dann einen schlechten Kurs vom Herausgeber der Kreditkarte erhalten könnte. Der Kurs des Kreditkartenanbieters ist sicher besser als jener des Geldautomaten.

Autofahren

Die Autobahnen kosten Maut, die bei der Abfahrt von der Autobahn zu zahlen ist. Erlebnisreicher ist die Landstraße.

Benzin ist relativ teuer aber auch großen Anteil an den Mobilitätskosten haben Parkgebühren. Parken kostet etwa 10 Kuna pro Stunde. Ich würde empfehlen, Parkscheine zu kaufen da viel kontrolliert wird und Falschparken etwa 150 Kuna kostet. Für den Kauf von Parkscheinen sind Münzen wichtig. Manchmal kann man auch per App auf dem Smartphone zahlen aber das ist unglaublich kompliziert.

Es gibt viele Blitzer und die meisten sind nicht als solche zu erkennen da sie hoch oben an Laternen oder Strommasten angebracht sind und aussehen wie normale Überwachungskameras. Oft warnen Schilder vor Blitzern, manchmal aber auch nicht. Eine App auf dem Smartphone, die vor Blitzern warnt, ist sehr empfehlenswert.

Wir hatten oft Vogelkacke auf dem Auto, manchmal kuchentellergroßen Möwenschiss, und fanden es sehr schwierig, eine Gelegenheit zur Autowäsche zu finden.

Fotografie

Kroatien ist sehr schön und eine Kamera sollte dabei sein. Ich kann nur zu leichtem Gepäck raten. Gute Smartphones machen richtigen Kameras heutzutage schon Konkurrenz und sind dabei leicht und klein. Ein 24-70mm f/4 Objektiv wäre perfekt da klein, leicht und universell. Ich bestellte eines aber es erreichte mich nicht vor dem Urlaub und so zog ich mit einem großen, schweren 16-35mm Objektiv und einem kleinen, leichten und billigem 50mm Objektiv los. Das 50mm Objektiv war bald mein Favorit da ich keine Lust hatte, viel zu tragen. Das große Stativ war nutzlos und verließ das Auto nicht. Ein kleines Tischstativ oder Gorilla kann nützlich sein.

Das Fliegen von Drohnen ist legal praktisch unmöglich. Wer trotzdem fliegt, wird mit unglaublich schönen Bildern belohnt. Wer sich dabei erwischen lässt, wird bestraft. Wenn dann sollte man hoch genug fliegen, so dass die Drohne vom Boden aus weder sichtbar noch hörbar ist und keine riskanten Manöver wagen.

Essen und Trinken

Es gibt sehr viel Gastronomie und da kaum Touristen in Kroatien waren, gab es fast immer einen freien Tisch für uns. Die meisten Restaurants sind auf Kunden ausgelegt, die ohnehin nicht wiederkommen und das Essen ist entsprechend. Es gibt aber auch sehr gute Restaurants, die vom Niveau weit über jenen in Deutschland liegen. Hilfreich um gute Restaurants zu finden sind Empfehlungsplattformen wie beispielsweise Tripadvisor.

Es gibt einige regionale Spezialitäten, die man probiert haben muss. Dazu zählt natürlich kroatischer Wein, Käse von der Insel Pak und vor allem das Olivenöl. So gutes Olivenöl ist in Deutschland nicht erhältlich. Ich wollte welches mitnehmen aber auf dem Rückweg gab es keines zu kaufen. Das Öl, welches den Touristen am Straßenrand angeboten wird, ist angeblich nicht so toll und das Öl aus dem Supermarkt ebenso wenig. Vielleicht ist es eine gute Idee, Einheimische nach Empfehlungen zu fragen. Das Bier in Kroatien ist trinkbar und es gibt auch gutes Craft Bier.

Ein typisches Fischgericht gibt es oftmals mit Mangold und Kartoffeln als Beilage.

In Istrien wird Fisch oft mit Trüffeln angeboten und das ist auch eine sehr leckere Kombination.

Tiere

Es gibt viele Tiere in Kroatien und in manchen Gegenden sogar Bären. Während der Kontakt mit Bären eher unwahrscheinlich ist, wird man vor allem in den Städten viele Katzen, Möwen und Schwalben sehen. Erstaunlicherweise sind weder die Katzen, noch die Möwen aufdringlich wenn Essen auf dem Tisch steht. Eigentlich wäre zu erwarten, dass die Touristen die Tiere füttern bis sie unnatürliches Verhalten entwickeln und krank werden. Subjektiv sind die Möwen in Rovinj größer als in den anderen Städten.

Corona

Meine Beobachtung und Einschätzung

Formal galten im Juni in Kroatien ähnliche Regeln wie in Deutschland: In geschlossenen Räumen sollen Masken getragen werden, wobei es bezüglich der Masken keine konkreten Vorschriften gibt. Zeitweise gab es um 23:00h Sperrstunde in der Gastronomie aber diese wurde später entweder verlängert, entfiel ganz oder war nur regional. Abstand zwischen 1,5 m und 2 m soll auch eingehalten werden und es wird überall Desinfektionsmittel angeboten. Unsinnige Vorschriften wie Maskengebot beim Weg zwischen Eingang und Tisch im Außenbereich der Restaurants gibt es nicht aber ich sah vereinzelt Touristen, die derart konditioniert sind und das so machen.

In der Praxis wird das in den touristischen Gebieten recht locker gesehen. Im Landesinneren soll es anders sein. Letztlich trägt nur das Servicepersonal eine Maske und diese oft nicht vorschriftsgemäß. Deutsche erkennt man zuverlässig an der FFP-2 Maske, welche sie quasi immerzu tragen und alle Anderen böse ansehen weil sie keine tragen. Zum Glück sahen wir nur sehr wenige Deutsche. Neben den Deutschen Touristen zeigen auch die Amerikaner eine hohe Compliance, während die Osteuropäer entspannt sind.

Der überwiegende Teil der wenigen Touristen will Urlaub von Corona haben und nur sehr wenige wollen im Urlaub schwachsinnige Restriktionen. Es gibt ein erstaunlich friedliches Miteinander zwischen Coronagläubigen und Ungläubigen. Bei uns in Deutschland fühlt sich jeder zum Coronablockwart ernannt seine Mitbürger zu denunzieren oder zum Coronahilfspolizisten berufen seine Mitbürger zu belehren. In Kroatien ist das entspannter. Wer sich an die Vorschriften halten will, tut das und lässt jene in Ruhe, die es nicht wollen.

In gewisser Weise ist das Leben in Kroatien wie früher. Es gibt Parties und die Menschen kommen sich nahe. Hygiene ist aber dennoch ein Thema. Alles ist super sauber und wird regelmäßig desinfiziert. Kroatien ist insgesamt sehr sauber und ordentlich. Mir scheint Kroatien das schönere Italien zu sein ohne Müll, mit überwiegend orderlichen Häusern und gepflegten Toiletten.

Ein bischen mehr Hygiene hätte, zumnindest in Deutschland, schon in der Vergangenheit nicht geschadet. Wenn im Restaurant schon die Seiten der Speisekarte zusammenkleben und der Dreck auf dem Tisch mit einem Lumpen aus einem Eimer dunkelgrauem Wasser gleichmäßig verteilt wird, stellt sich nicht mehr die Frage nach Übertragungswegen irgendwelcher Viren und Bakterien. Wenn ich mir allerdings ansehe, wie die ganzen Coronaprofis ihre permanent getragene und potenziell virenverseuchte Maske durch zwanghaftes und ständiges Befummeln mit ihren dreckigen Händen weiter kontaminieren und die mutmaßlich an der Maske befindlichen Viren überall hin verschmieren, inklusive der Maskeninnenseite und ihrem Gesicht, frage ich mich nach dem Mehrwert solcher Übungen. Die richtige Handhabung von Masken ist in der Praxis allerdings fast unmöglich.

Corona Daten im Vergleich

Aktuell (also Anfang Juli) wird ganztags, nachts und auch am Wochenende auf allen Kanälen und unaufhörlich vor der "Delta" Variante, die vormals als indische Variante bezeichnet wurde, gewarnt. Also habe ich mir nach dem Urlaub die Zahlen von Deutschland, Indien und Kroatien mal näher angesehen.

In allen drei Ländern ist die Anzahl der positiven Testergebnisse sowie der an oder mit COVID Verstorbenen aktuell sehr niedrig und weiter rückläufig.

Die angeblich so schreckliche Welle durch die Delta Variante in Indien habe ich mir wesentlich dramatischer vorgestellt, was wohl an der alarmistischen Berichterstattung der Medien liegt. Die Kurven sehen jedenfalls nicht so dramatisch aus.

Während die "dritte Welle", welche Deutschland angeblich fast entvölkert hat, nur mit sehr viel Phantasie zu erahnen ist, gab es anscheinend eine kleine Welle in Kroatien vor Beginn der Reisesaison.

Insgesamt hat sich während des Urlaubs die Situation überall verbessert. In Deutschland haben wir Anfang Juli eine Rekordniedriginzidenz im einstelligen Bereich.

Daten verschiedener Länder miteinander zu vergeleichen ist immer schwierig da die Länder völlig unterschiedlich sind.
Hilfreich ist hierbei, alle Daten in Prozent oder pro Millionen Einwohner umzurechnen.
Auch wichtig ist, Daten zueinander ins Verhältnis zu setzen. Die Inzidenz ist beispielsweise ein durch die Anzahl der durchgeführten Tests beliebig steuerbarer Wert und deswegen nur wenig aussagekräftig.
Zum Verständnis zum Zustandekommen der Werte gibt es viele entscheidende Faktoren wie das Gesundheitssystem, die Bevölkerungsdichte, Urbanisierungsrate, Altersstruktur, durchschnittliche Lebenserwartung und noch viel mehr.

Hier ein paar Daten zur Bevölkerung und Lebensweise in Deutschland, Kroatien und Indien um die Kurven besser einschätzen zu können:

Deutschland Kroatien Indien
Bevölkerungsdichte /km2 237 73 450
Urbanisierungsrate 77,3% 56,9% 30,4%
Altersmedian 47 44 28
Lebenserwartung Ø 81 78 70
Entwicklungsstand 0,936 0,831 0,640

Es ist zugegeben etwas schwierig zu sagen, warum die Delta Variante in Indien gefloppt ist. Ob es an der hohen Bevölkerungsdichte, der niedrigen durchschnittlichen Lebenserwartung oder dem geringen Entwicklungsstand lag? Einzig die geringe Urbanisierungsrate und die mehrheitlich junge Bevölkerung wären eine plausible Erklärung.

Meiner Einschätzung nach gab es seit Beginn der Reisesaison in Kroatien keine negative Entwicklung und es besteht generell kein Grund zur Panik. Die nächste Welle wird wie üblich mit der Erkältungssaison im Herbst auftreten.

Quelle aller Corona bezogenen Daten: Our World in Data unter Creative Commons BY 4.0 Lizenz. Urbanisierungsrate von Wikipedia, Stand 2018