Ernährung in den USA

Erfahrungen während meiner Reise 2019

Von Bier allein kann man nicht dauerhaft leben also mussten wir auch was dazu essen.

Restaurants

In Städten gibt viel Auswahl an Restaurants und Fast Food Ketten. Wir wollten etwas ordentliches essen und so kam Fast Food nicht in die nähere Auswahl. Restaurants in den USA sind etwas anders organisiert als hier meist üblich. Man kommt nicht einfach rein, latscht quer durch den Laden und setzt sich irgendwo hin sondern es gibt einen Empfang, an dem man warten muss um platziert zu werden. Teilweise findet man das auch hier, aber eher selten und in Großstädten. Es scheint dabei ein Muster zu geben: Zuerst werden die schlechtesten Plätze vergeben und dann die besseren. Vielleicht ist das gar keine Regel und man hat das einfach nur mit uns gemacht weil wir eher wie knausrige Backpacker aussahen als feine, zahlungskräftige Kunden. Etwas seltsam ist manchmal, dass man in einer langen Schlange warten muss obwohl eigentlich die Hälfte der Tische frei sind. Dafür erhält man sofort sehr aufmerksamen Service sobald man einen Tisch bekommen hat. Bei uns sitzt der Gast bis er nach einer gefühlten Ewigkeit zufällig gefunden wird und jemand die Karte bringt. Beim Blick in die Karte braucht man gute Nerven oder ein großes Porte Monnaie. Hauptgerichte kosten ungefähr das doppelte wie in Deutschland und dann kommen noch mindestens 15% Trinkgeld dazu. Ja, wirklich 15%. Ich konnte es nicht glauben aber Einheimische haben mir bestätigt, dass das wirklich üblich sei. Das Personal verdient nicht gut und das Trinkgelt ist fest eingeplanter Gehaltsbestandteil. Eine Henne-Ei Frage: Was war zuerst da - niedriges Gehalt und Zuwendung der Gäste zum Ausgleich oder hohes Trinkgeld, dass die Gastronomie zum Anlass nahm, die Gehälter zu senken? Auf jeden Fall sehr geschickt, die Bezahlung des Personals zum Problem der Gäste zu machen, zumal die Preise der Speisen schon gehoben sind. Service in den USA ist toll aber für unser Verständnis zum Teil etwas zu viel. Ich kann mich an einen Kellner erinnern, der jeden Wunsch mit "What a great choice, you're so awesome!!!" lobte. Danke, ich weiß ich bin großartig und hoffe, das Essen ist es auch. Schön ist, dass man der Rechnung nicht hinterher laufen muss sondern diese bekommt sobald man nichts mehr bestellen möchte.

Wir ist amerikanischer und passt besser zu Bier als Burger? Eben. Also haben wir uns fast ausschließlich von Burger ernährt. Die sind mit etwa 15 bis 20 USD auch relativ erschwinglich. Meine Erwartungen an die Portionen waren vom Mythos geprägt, in den USA sei alles Supersize. Dem war aber (leider) nicht so. Ein ordentlicher Burger hat ein Gewicht von 8 oz, also etwa 250g. Manchmal wird man aber auch mit 4 oz (Quarterpounder) oder 1/3 oz abgespeist. In den meisten Restaurants gab es Bisonburger. Bison ist noch amerikanischer als Rind und super lecker. Der Geschmack ist würziger und das Fleisch hat mehr Biss. Erstaunlicherweise wurden Burger überhaupt nicht langeweilig. Ich freute mich gleich nach dem Burger mittags auf den Burger am Abend. Burger vier Wochen lang? Ist das nicht total ungesund? Ausgewogene Ernährung sieht anders aus aber ungesund ist es auch nicht. Wenn man sich den Burger ohne die seltsame Semmel kommen lässt, dann sieht es sogar nach einer vollwertigen Mahlzeit aus. Zudem kann man die French Fries auch gegen allerlei andere Dinge wie Salat tauschen. Obwohl ich kein Schwein mag, konnte ich mich für Bacon auf dem Burger begeistern.
Auf dem Bild links ist Smoked Beef Brisket zu sehen. Das war eine der wenigen Ausnahmen zum Burger und sehr lecker. Das Fleisch wird lange Zeit in einem speziellen Ofen geräuchert, wodurch es sehr zart und aromatisch wird. Eine sehr schöne Art, Fleisch zuzubereiten! Das Coleslaw würde ich eher nicht als Beilage empfehlen da das zuckersüß und vermutlich ein Fertigprodukt war. Ich hatte einmal Taco probiert und der ist mir nicht so gut bekommen. Wir hatten mal Chili con Carne und auch das begeisterte mich nicht so sehr. Da gefällt mir mein Rezept besser. Von Einheimischen hörte ich, das Essen in den USA kann u.U. sehr süß sein. Die kippen anscheinend in viele Sachen ihren High Fructose Corn Syrup rein. Ich würde empfehlen, dem Zeug aus dem Weg zu gehen da es fett und krank macht. In ordentlichem Essen sollte man es aber kaum finden und ich fand das Essen fast überall geschmacklich sehr ausgewogen und lecker. Eigentlich ist erstaunlich, dass wir in den ganzen vier Wochen nur etwa drei mal unzufrieden waren.

Frühstück

Frühstücken ist in den USA bekanntermaßen nicht einfach. Oft ist es im Hotel inklusive, aber wenn nicht würde ich es besser nicht buchen. Es gibt immer Ei und Speck, süßes Gebäck, Kaffee oder Tee und meist auch Obst. Bis auf wenige Ausnahmen kommen Fertigprodukte auf den Tisch. In einem der besten Hotels wagte ich mich mal an Ei und Speck da sie versicherten, das sei alles frisch und natürlich. Hat auch mal was. Am schönsten ist allerdings, früh aufzustehen und irgendwo in der Natur, wenn möglich bei Sonnenaufgang, zu frühstücken. Wir haben dann immer Schokokekse gegessen. Was mir oft negativ auffiel, war das Geschirr. Meistens besteht das aus Pappe und Plastik und wird nach dem Essen entsorgt. Das ist nicht nur beim Frühstück so sondern kann auch in Restaurants vorkommen, wenn auch eher selten. Mal abgesehen von den Müllbergen, die dabei enstehen, ist es wirklich nicht schön, mit einem stumpfen Plastikmesser zu schneiden und mit einer labberigen Platikgabel von einem durchweichten Pappteller oder Papiertuch zu essen.

Snacks

Es ist empfehlenswert, snacks im Auto oder Rucksack dabei zu haben da es nicht überall Möglichkeiten gibt, essen zu gehen. Wir haben einige Zeit das Angebot im Walmart studiert und uns für KIND Müsliriegel entschieden. Zwar nicht Bio aber immerhin ohne HFCS und sonstigen Müll. Zusammen mit etwas frischem Obst kann man so eine Wanderung überstehen.

Wasser

Das Leitungswasser ist von Region zu Region sehr unterschiedlich und prinzipiell trinkbar aber nirgendwo wirklich genießbar. Es werden zum Teil hohe Mengen an Chlor zugesetzt, weshalb das Wasser nach Swimmingpool riecht und schmeckt. Softdrinks werden aus Sirup und diesem Wasser hergestellt und schmecken auch nach Chlor. Zudem sind softdrinks sowieso ungesund, nicht nur da sie Zucker enthalten sondern statt "normalem" Zucker den HFCS. Das Wasser wird künstlich flouridiert. Fluor ist ein Neurotoxin und macht blöd. Das kann Touristen egal sein aber wer es längerfristig trinkt, wird darunter leiden (aber es vielleicht nicht merken). Also bleibt nur Bier oder Mineralwasser. Bei Mineralwasser schwankt die Qualität erheblich. Als einzig trinkbares fand ich das Arrowhead Wasser. Vielleicht gibt es noch andere aber ich war froh, eines gefunden zu haben, dass nicht schrecklich nach Plastik schmeckt. Trotzdem ist ziemlich sicher Mikroplastik enthalten und allerlei gesundheitsschädliche Chemie, wie bei allen Getränken aus Plastikbehältern.