Makro Fhotografie

Equipment und Technik

Einleitung

Was mich an Fotografie besonders interessiert, ist das normal nicht sichtbare sichtbar zu machen. Deswegen fotografiere ich gerne in Infrarot und möchte gerne mit einer Drohne die Welt von oben sehen. Makrofotografie erlaubt es ebenso, Dinge zu sehen, die für das normale Auge kaum sichtbar sind. Nur hat die Faszination dafür bei mir nie geügt um mir ein teures Makroobjektiv zu kaufen. Das ist auch gar nicht nötig denn man kann mit bereits vorhandenen Objektiven und günstigem Zubehör auch beeindruckende Makroaufnahmen machen. In diesem Artikel erkläre ich, wie das funktioniert und was dabei zu beachten ist.

Makro Objektivverbund

Aufbau

Die Idee ist, zwei Objektive zusammen zu einem kombinierten Objektiv zu konfigurieren. Das Objektiv mit der längeren Brennweite wird ganz normal an die Kamera montiert und das Objektiv mit der kürzeren Brennweite umgedreht montiert, so dass sich die beiden Frontlinsen direkt gegenüberstehen. Dazu genügt ein einfacher Kopplungsring um die beiden Filtergewinde der Objektive miteinander zu verbinden. Beide Objektive müssen auf unendlich fokussiert werden. Das Vergrößerungsverhältnis entspricht dem Verhältnis der Brennweiten. Im Beispiel unten ist das 300mm Objektiv an der Kamera und ein 50mm Objektiv davor. Also entsteht im Grunde ein Mikroskop mit sechsfacher Vergrößerung.

Anwendung

Dieser Aufbau ist zwar sehr einfach herzustellen aber sehr schwer zu beherrschen. Die Tiefenschärfe liegt im Bereich weniger hundertstel Millimeter. Abblenden ist kaum effektiv um mehr Tiefenschärfe zu erhalten. Wenn dann sollte das motivseitige Objektiv abgeblendet werden. Schon die kleinste Bewegung hat dramatische Auswirkung auf Bildkomposition und Fokuspunkt. Der Arbeitsabstand ist etwa im Bereich wie es bei Mikroskopen üblich ist. Der Objektivverbund ist nicht mehr geeignet zum Fokussieren mittels der Fokusregler. Zwar geht das Fokussieren am Objektiv in der Praxis schon aber mit unerwünschten Nebenwirkungen. Fucus Stacking fällt damit als Option ziemlich weg. Hilfreich ist ein Mikrometerschlitten zum Fokussieren aber damit geht auch kein ordentliches Focus Stacking da sich nicht nur Fokus sondern auch Perspektive verändern. Vielleicht gibt es software, die damit umgehen kann.

Ich habe aufgrund der hohen Schwierigkeit und mangels interessanter Motive nicht viele Makroaufnahmen gemacht. Wer an dem Thema interessiert ist, findet auf der website Extreme Macro weitere Informationen.

Bildergallerie

Makro Abstandsringe

Aufbau

Diese relativ populäre Methode ist vom Aufbau her einfach zu realisieren. Es muss nur der Abstand zwischen Objektiv und Sensor vergrößert werden. Das erlaubt näher an das Motiv heranzukommen um es größer abbilden zu können.

Anwendung

Es ist mit dem erhöhten Abstand zwischen Objektiv und Kamera nicht mehr möglich auf größere Entfernungen zu fokussieren. Ich habe mich für Abstandsringe entscheiden, die sowohl die Kontrolle der Blende durch die Kamera erlauben als auch alle elektrischen Kontakte zum Objektiv erhalten womit Autofokus möglich ist. Es gibt auch kostengünstigere Ringe ohne diese Funktion.

Meine Makroringe habe ich gebraucht für etwa 80€ erworben. Wie auch der zuvor beschriebene Aufbau, ist dies eine sehr erschwingliche Option zur Makrofotografie. Theoretisch funktionieren diese Ringe gut aber praktisch ist das nur bedingt der Fall. Mein Satz Ringe funktioniert nur mit leichten Objektiven wenn ich die Kamera auf dem Stativ nutze. Mein schweres Sigma 50mm f/1.4 Art verbiegt durch sein Gewicht die Ringe so stark, dass der elektrische Kontakt verloren geht. Wenn ich aus der Hand fotografiere ist das kein großes Problem da ich das Objektiv abstützen und damit den verlorenen Kontakt wiederherstellen kann. Auf dem Stativ ist Autofokus zwar nicht so wichtig, aber ohne geht sehr viel Komfort verloren. Nur bräuchte man dann keine tollen Ringe mit elektrischen Kontakten. Die durch den verbogenen Abstandsring nun schiefe Schärfebene auf dem Sensor ist ein eher theoretisches Problem.